Stipendien für Studenten

Wie erhalte ich ein Stipendium?

Ohne Geldsorgen durch das Studium? Mit einem Stipendium kannst du dich voll auf dein Studium konzentrieren. Wir verraten dir, wer Stipendien für das Studium vergibt und was die Voraussetzungen sind.

Stipendien: Ein Geldsegen nicht nur für Überflieger

Wenn es eines gibt, was beinahe allen Studenten gemein ist, dann ist es wohl die anhaltende Geldnot. Kein Wunder: Die Miete in Studienstädten ist oft teuer, die Semesterbeiträge ebenfalls und auch sonst müssen nicht nur Studienunterlagen bezahlt, sondern auch der Lebensunterhalt bestritten werden. Wenn dann noch ein wenig Lebensqualität außerhalb des Allernötigsten erwünscht ist, kann es schon einmal knapp werden. Allerdings hat nicht jeder Student die Zeit und die Energie, neben seinem Studium auch noch einen Nebenjob zu führen. Ein Stipendium ist eine tolle Möglichkeit, auch ohne Nebenjob zu Geld zu kommen und damit mehr Zeit zu haben, um sich ganz dem Studium widmen zu können! Allerdings wagen trotzdem nur wenige, sich tatsächlich für ein Stipendium zu bewerben. Denn nach wie vor herrscht die Ansicht vor, Stipendien seien ausschließlich den Studenten mit den allerbesten Noten vorenthalten – was naturgemäß den Großteil der Interessierten ausschließt. Diese Annahme ist allerdings ein echter Irrtum! Wer sich genauer mit den Stipendien auseinandersetzt, wird Angebote für die verschiedensten Zielgruppen finden – von Musterstudenten mit Topnoten über jene im Auslandssemester bis hin zu Studenten in ungewöhnlichen Notlagen. Doch wie findet man das passende Stipendium, welche Voraussetzungen gibt es und wie läuft eine Stipendienbewerbung ab? All diese Fragen sollen im Folgenden behandelt werden.

Auf der Suche nach dem passenden Stipendium

Auf den ersten Blick wirkt das Dickicht der vielen Stipendien geradezu unüberschaubar, und tatsächlich ist die schlichte Suche über Google oft nicht von Erfolg gekrönt. Einen echten Überblick erhält man erst über entsprechende Websites! Die bekannteste davon ist mystipendium.de, eine Suchmaschine für Stipendien. Wer nach einem geeigneten Stipendium sucht, kann sich dort anmelden und sein Profil mit Angaben über sein Studium und die persönlichen Lebensumstände füttern. Dazu gehören beispielsweise die Studiengänge, aber auch weniger naheliegende Faktoren wie die Herkunft, Konfession, Berufserfahrung und (nach eigener Einschätzung) Bedürftigkeit. Auf der Basis dieser und weiterer Angaben findet die Suchmaschine dann passende Angebote, die übersichtlich aufgelistet werden. Damit ist die Auswahl schon einmal erheblich eingeschränkt, was die Suche erleichtert. Solche Suchmaschinen sind auch eine optimale Möglichkeit, an weniger bekannte Stipendien zu gelangen. Denn neben bekannte Angeboten wie dem Deutschlandstipendium gibt es auch etliche kleinere Stiftungen, die sich an ganz spezielle Gruppen richten.

Kriterien für das Stipendium

Ist die Auswahl nun auf ein übersichtlicheres Maß heruntergeschraubt, lohnt sich ein genauer Blick auf die einzelnen Stipendien. Denn auf der Suche nach dem passenden Stipendium fallen nun noch weitere Faktoren ins Gewicht: 

  • Die Leistungen im Studium sind für die meisten Stipendien tatsächlich wichtig. Schließlich wollen die Stiftungen vor allem zukünftige Leistungsträger unterstützen! Das heißt aber nicht, dass nur die reine Notenziffer zählt, denn die meisten Stiftungen fassen „Leistung“ deutlich weiter auf. Oft spielen neben den Noten auch die Geschwindigkeit des Studiums und die Überwindung persönlicher Hindernisse eine Rolle. Wer sich besonders für sein Studium engagiert, kann also auch dann eine Chance haben, wenn die Noten keinen Einserschnitt haben!
  • Noch wichtiger als die Noten ist in nahezu allen Stipendien das soziale Engagement. Das verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass die meisten Stipendienstiftungen gemeinnütziger Natur sind! Welche Art von Engagement gemeint ist, kann sich dabei sehr unterscheiden: Engagement für Menschen in Not ist immer ein Pluspunkt, doch viele Stiftungen geben sich mit jeder Form des Ehrenamts (zum Beispiel auch dem Umweltschutz oder dem Gassigehen im Tierheim) zufrieden. Einige Anbieter verfolgen auch eine bestimmte politische Richtung und wünschen sich entsprechendes politisches Engagement. Sicher ist nur eines: Ohne die ein oder andere Form von Engagement gibt es kein Stipendium!
  • Auch die Zielstrebigkeit ist von Bedeutung. Das zeigt sich beispielsweise an wirtschaftlich orientierten Stipendien: Hier ist vor allem Arbeitswille, Unternehmergeist und Motivation gefragt. 
  • Nicht zuletzt zählen auch die persönlichen Interessen. So gibt es zum Beispiel spezielle Förderungen für musikalische Talente oder junge Journalisten. Gerade künstlerisch Veranlagte können hier aus dem Vollen schöpfen! Diese Stipendien sind teilweise etwas knifflig zu finden, stellen dank ihrer kleinen Zielgruppe aber eine besondere Chance dar!

Die Bewerbung für das Stipendium

Wenn das Stipendium der Träume endlich gefunden ist, geht es an die Bewerbung. Doch wie genau läuft der Prozess von der Bewerbung bis zur Bewilligung denn nun ab? Eine allgemeingültige Antwort gibt es hier leider nicht, denn das genaue Verfahren kann je nach Stiftung sehr unterschiedlich aussehen. Manche Stiftungen etwa nehmen nur Studenten an, die von einem Dozenten empfohlen wurden! Der Grundverlauf aber ist stets gleich: Zunächst erfolgt eine schriftliche Bewerbung, die grundsätzlich auch ein Motivationsschreiben enthält. Diese schriftliche Bewerbung ist der wichtigste Schritt auf dem Weg zum Stipendium und sollte daher niemals auf die leichte Schulter genommen werden! Insbesondere das Motivationsschreiben muss unbedingt überzeugend sein. Ist die schriftliche Bewerbung erfolgreich, folgt die persönliche Bewerbung. Diese ähnelt einem Bewerbungsgespräch, wie es aus der Jobsuche bekannt ist. Um hier einen guten Eindruck zu machen, sollte man die Anforderungen und Überzeugungen der jeweiligen Stiftung genau kennen. Nur wer gut vorbereitet ist, hat hier eine Chance! Die in der schriftlichen Bewerbung dargelegten Qualitäten müssen nun überzeugend in die reale Begegnung übertragen werden. Manche Stiftungen unterziehen ihre Bewerber auch einem Gruppengespräch oder unterziehen sie Leistungsprüfungen wie Klausuren oder Essays. Wer sich auch in diesem Teil der Bewerbung durchsetzt, kann sich glücklich schätzen – denn dann ist der Weg zum Stipendium geebnet! Der gesamte Prozess kann sich übrigens über mehrere Wochen oder gar Monate hinziehen. Es ist also Konsequenz und Durchhaltevermögen gefragt!

Stipendiumszusage – und dann?

Die Zusage für das Stipendium ist kein Freibrief, sich auf den frisch gewonnenen Lorbeeren auszuruhen und in Ruhe die Zahlungen zu kassieren. Damit der Geldsegen kein schnelles Ende findet, muss die Stiftung auch weiterhin von der Richtigkeit ihrer Entscheidung überzeugt bleiben. Mit anderen Worten: Auch wer die Zusage in der Tasche hat, muss Leistungen bringen! Wie die aussehen, ist bei jeder Stiftung anders. Das Spektrum kann von einem den Erwartungen entsprechenden Notenspiegel über den Nachweis sozialer oder politischer Tätigkeiten bis hin zur Teilnahme an Workshops und Veranstaltungen reichen.

Fünf Stipendien und was sie verkörpern

  • Deutschlandstipendium: Das Deutschlandstipendium stammt direkt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und gehört zu den Jüngeren seiner Art. Die finanzielle Förderung beträgt immer 300 Euro und wird halb vom Bund, halb von Förderern finanziert. Neben Noten zählen hier auch soziales Engagement und die persönliche Hintergrundgeschichte. Die Vergabe der Stipendien läuft über die teilnehmenden Hochschulen. Hier mehr dazu.
  • Cusanuswerk: Hierbei handelt es sich um das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche und damit um eines der religiösen Stipendien. Die Fachrichtung ist der Stiftung dabei egal – es kommt allein auf die religiösen Überzeugungen an. Die Stipendiaten werden dann nicht nur finanziell, sondern auch durch ein interdisziplinäres Bildungsprogramm unterstützt. Auch Auslandsaufenthalte werden gefördert. Weitere Informationen zur Bewerbung finden sich hier.
  • Hans-Böckler-Stiftung: Dieses Stipendium gehört dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Wer Stipendiat werden will, sollte also Gewerkschafter sein oder zumindest deren Überzeugungen teilen. Die monatlichen Beträge richten sich nach dem BAFÖG, zusätzlich werden Auslandsaufenthalte und Sprachkurse unterstützt. Gesellschaftlich-politisches Engagement ist der Stiftung wichtig. Wer teilnehmen will, findet unter boeckler.de weitere Informationen zur Bewerbung.
  • Studienstiftung des deutschen Volkes: Hierbei handelt es sich um das älteste und größte Begabtenförderungswerk in Deutschland. Neben der finanziellen findet auch eine umfangreiche ideelle Förderung statt. Gefördert werden Studenten mit guten Noten, die weitere Erfolge vermuten lassen. Zu den umfangreichen Möglichkeiten der Bewerbung geht es hier.
  • SDW: Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft fordert von ihren Stipendiaten nicht nur gesellschaftliches Engagement, sondern auch Unternehmersinn und wirtschaftliches Interesse. Das prädestiniert sie vor allem für alle wirtschaftlichen Studiengänge – doch auch Studenten anderer Studiengänge können gefordert werden. Bemerkenswert: Die SDW fördert insbesondere die Unternehmensgründung! Wer über Selbstständigkeit nachdenkt, gewinnt hier also doppelt. Mehr dazu auf sdw.org